Um Bestandsgebäude für Kernkonzepte der nachhaltigen Bauwende nutzbar zu machen, steht die Baubranche vor großen materialtechnischen Aufgaben. Insbesondere bei Gebäuden aus der zweiten Hälfte des 20. Jhs. stellen Schadstoffbelastungen ein ernstzunehmendes Problem dar. In Deutschland betrifft dies u. a. eine große Anzahl Einfamilienhäuser (EFH), die während einer Phase weit verbreiteter Schadstoffnutzung zwischen 1950 und 1990 errichtet wurden. Ihr fortgeschrittenes Alter, häufig aufgeschobene Modernisierungsmaßnahmen und begrenzte finanzielle Mittel der Eigentümer führen in diesem sozial sensiblen Bereich zu einem besonderen Sanierungsdruck. Um der großen Fallzahl schadstoffbelasteter EFH beizukommen, gilt es, eingriffsarme und ökonomisch verträgliche Sanierungslösungen zu entwickeln. Grundlage dafür muss eine starke Einbindung der Aufgabenbereiche der Schadstoffsanierung in die architektonische Entwurfsplanung sein. Dafür sind präzise Schnittstellen der Zusammenarbeit zwischen Architekt:innen, Gutachter:innen und Entsorgungsunternehmen und schließlich aller beteiligten ausführenden Unternehmen notwendig. Im Rahmen einer Fallstudie zu einem schadstoffbelasteten EFH entwickelt der Beitrag beispielhaft konkrete Maßnahmen für eine neue schadstoffsensible Architekturpraxis.

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Schadstoffsanierung als architektonische Praxis
von Christoph Gengnagel, Richard Hees · 22. August 2025
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