Sustain Award der Frankfurter Stiftung für Forschung und Bildung 

Das _MyGlu_ Quelle: Florian Mähl 

Eine günstige und schützende Behausung für trockene Regionen ganz aus Pilzmyzel – Architektur-Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) haben im Sommersemester 2025 mit dem MyGlu ein nachhaltiges Baukonzept in Zeiten des Klimawandels erprobt. Das Lehrprojekt von Professor Florian Mähl am Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik hat dafür den hochschulweit ausgeschriebenen Sustain Award erhalten. „Das diesjährige Gewinnerprojekt MyGlu überzeugt mit einer CO₂-neutralen, innovativen Bauweise, die leicht umsetzbar ist. Es ist auch ein Beispiel für hochwertige Bildung und vereint mehrere Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen“, sagt Astrid Schulte, Vorsitzende der Frankfurter Stiftung für Forschung und Bildung.  

Beispiel für hochschuleigene Nachhaltigkeitsstrategie 

MyGlu zeigt eindrucksvoll, wie eine kostengünstige und klimaneutrale Bauweise gelingen kann, und eröffnet neue Ansätze für die Forschung.“, so Prof. Dr. Susanne Rägle, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Internationalisierung der Frankfurt UAS. Das Preisgeld werden Florian Mähl, Professor für Tragwerklehre, Baukonstruktion und Bauphysik, und sein Team für ähnliche Projekte des forschenden Lernens mit nachwachsenden Rohstoffen nutzen. „Wir wollen insbesondere das Thema Bauen mit Myzel an unserer Hochschule etablieren und die angewandte Forschung in diesem Bereich ausbauen. Dazu müssen wir etwa in passende Ausstattung investieren, um die Prozessbedingungen zur Erprobung neuartiger Bauweisen zu verbessern, aber auch schlicht das Substrat beschaffen, aus dem die Myzelien wachsen.“, so Mähl

MyGlu****: Myzel als lebender und vielfältiger Baustoff  

Das Fenster des MyGlu: ein mit Myzel bewachsenes Jutegewebe Quelle: Florian Mähl 

MyGlu ist eine Wortschöpfung aus Myzel und Iglu. Im gleichnamigen Projekt setzten zehn Studierende des Master-Studiengangs Architektur das Baukonzept aus kalten Regionen mit Hilfe des Baustoffes Myzel für warme Regionen mit langen Trockenphasen um. Das wurzelähnliche Fadengeflecht ist der eigentliche Hauptbestandteil von Pilzen. Material auf Basis von Pilzmyzel ist günstig, da Pilzsporen nur Substrat wie etwa Holzabfälle, Wärme und Feuchtigkeit zum Wachsen benötigen. Zudem ist es wasserabweisend, dämmend und kann in beliebige Formen wachsen. Für den kuppelförmigen Bau MyGlu im Maßstab 1:2 kamen die Myzelien einer Baumpilzart zum Einsatz. Die Studierenden planten die Konstruktion aus vielen kleinen geometrischen Bauelementen. Neben Fenster- und Türelementen sind auch die Verbindungen der Bauelemente im MyGlu aus Myzel gewachsen. Positive Eigenschaften wie die dämmende und raumakustische Wirksamkeit konnten die Studierenden durch eigene Messungen belegen. Beim Sustain Award überzeugte das Projekt unter anderem, da es sowohl die ökonomische und soziale als auch die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit adressiert. So besteht das MyGlu aus biobasierten Werkstoffen, ist für den Einsatz in Gebieten mit sozialen und klimabedingten Krisen gedacht und ohne große Kosten nachahmbar.  

Das studentische Projektteam von _MyGlu_ unter Leitung von Prof. _Florian Mähl_ (r.) und _Kay Saßmannshausen_ (hintere Reihe, 3. v. l.) bei der Verleihung des Sustain Awards mit _Astrid Schulte_ (l.) und Gabriele Hässig (2. v. r.) Quelle: Frankfurt UAS